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Berichte
HAIL, HAIL, THE CELTS ARE HERE! - HSV - Celtic 2:0 (24.9.96)
Immer noch an einer heiligen Erkältung leidend, zog ich mit Cliftonville-Stephen mittags über Abstecher Fanladen in Richtung Pfennig los. Überall auf St.Pauli liefen schon grün-weiße Gestalten herum. Sagte ich grün-weiß? Leider trug bestimmt die Hälfte aller Celts diese neuen Auswärtstrikots in neongelb-schwarz, igitt!!!
Nun denn, am Pfennig blieben wir nicht lang, sondern gingen zur Reeperbahn. Dort war lustig was los. Die Celts zelebrierten hier ihr übliches warm feiern, und die Irland-Fahnen wurden an jeder Erhöhung aufgehängt. Mit vielen haben wir ganz nett gelabert, und meinen Schal wurde ich auch recht schnell los. was eigentlich nicht geplant war. Ab 16.30 zog dann alles in Richtung S-Bahn, doch Kriller und ich wurden von zwei Celts „genötigt", mit der Taxe ins Stadion zu fahren, was wir dann auch taten.
Alle Celts wurden in den abgesperrten Bereich der Südtribüne geführt, was sinnvoll war, da ein Großteil Tickets für ganz andere Bereiche hatte, so daß es keine Reibereien gab. Im B-- LOCK waren dann etwa 4.500-5.000 Leute. Wie viele St.-Paulianer im B-- LOCK waren, ist überaus schwer zu schätzen, denn 1. hatten fast alle Celtic-Sachen an und standen 2. über den gesamten B-- LOCK verteilt. Ich denke, daß 500 eine realistische Zahl ist. Es wären sicherlich mehr gewesen, doch bei Ticketpreisen von 56 bis 76 Mark haben sich’s viele Leute nochmal überlegt, zumal ließen sich viele von den ganzen Falschinformationen in den Medien (ausverkauft!) verunsichern. Auch wollten viele, die natürlich nicht ahnen konnten, daß alle in einen B-- LOCK gesteckt werden, nicht zwischen den HSVern sitzen. Nun denn, interessant war, daß (auch aufgrund der Fülle) alle Celts während des gesamten Spiels stehen blieben, und so die Gesänge nicht nur vor dem Spiel (wie z.B. in Paris), sondern über die gesamten 90 Minuten gebracht wurden, ein unvergeßliches Schauspiel. Das gesamte Repertoire wurde runtergesungen (auch Rebel. ihr Unpolitischen!), in der üblichen Megalautstärke.
Links neben uns war ein B-- LOCK gesperrt, dahinter haben sich die HSV-Hohls postiert, die natürlich mit "Rangers"-Rufen provozierten und dabei affig rumhampelten. Die Celts beantworteten das jedesmal mit "St.-Pauli"-Rufen. Letztlich mußten sich die HSVer angesichts der immensen Lautstärke geschlagen geben. Auf das übliche „Uh-uh-uh" und „Asylanten" verzichteten sie übrigens auch nicht. Lustig war, daß die wenigen Celts, die talsächlich einen HSV-Schal getauscht hatten, diesen sofort bei Anblick der HSVer wegwarfen oder abfackelten. Dank der UEFA und ihrer Sicherheitsbestimmungen (wer lacht da?) mußten beide Fangruppen zusammen auf eine Tribüne…
Über die Schnackenburgsallee (wo die meisten Celts in ihre Busse stiegen) und S-Eidelstedt fuhren dann alle zum Pfennig, der bald darauf abermals von Hohls angegriffen werden sollte. Doch diesmal halten sie die Rechnung ohne den Wirt, bzw. seine Gäste gemacht, denn begleitet von einem Flaschenhagel rannten St.Paulianer und Celts auf die Hohls rauf. Einige wurden erwischt, andere rannten um ihr Leben, bevor die Polente eintraf und alles absperrte. Für eine Schote der besonderen Art sorgte St.Pauli-Fan N.: Er entdeckte 3 Hools, die sich in einem Imbiss versteckten, hielt die Tür zu, zückte seinen HVV-Ausweis und rief: "Zivilpolizei!" und winkte ein paar Cops herbei, um die Jungs einzufahren...
Das Spiel im TV
Natürlich zeichnete ich mir das Spiel auf und schaute es mir noch einmal an. Die Gesänge kamen sehr gut herüber, auch die zahlreichen St. Pauli-Rufe. ZU letzteren meinte Sprecher Bela Rethy übrigens: "Die Schotten rufen jetzt nicht mehr "Glasgow Rangers" (!!!!!!!!!!), sondern rufen immer "St.Pauli". Schon genial, aber was brachte er noch für Dinger? Here we go: beim Kameraschwenk in die Westkurve: "Das ist der Hamburger Block, wenn mich die Schalfarben nicht täuschen".IHöhö! Bei den Wurf- und Rauchbomben- techtelmechtel der Hohls meinte er dann tatsächlich: "Jetzt gibt es auch Auseinandersetzungen rechts von uns, im grün-weißen Bereich. Enttäuschung, oder das Unterschätzen der Stärke von deutschem Bier?" Dann zeigten sie ein paar Celts in Nahaufnahmen (beim Singen von "If you hate the fucking Hamburg clap your hands"...): "Jetzt singen sie weder, hoffentlich bleibt das so." Jaja, diese bösen britischen Randalierer sind schon gefährlich... Aber dann des Rätsels Lösung: "Ich höre gerade von Ralf Töpperwien: Es haben sich offensichtlich Rechtsradikale in den Celtic-B-- LOCK hineingeschlichen!" Ach, so war das. Aber als dann die Celts in der zweiten Halbzeit lustig durchsangen und "Wild Rover" anstimmten, wurde auch uns Bela ganz warm um's Herz und er freute sich über "die schottische Version von der Nordseeküste".
(Bericht von Raphael aus Splitter Nr. 11)
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| 24.09.1996, [Raphael] |
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