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Hail, Hail, the Celts are here! (Celtic-HSV, HSV-Celtic 1996)

So, nun war also das Unglaubliche eingetreten, und Celtic wurde dem HSV zugelost. Nachdem man den ersten Schock überstanden hatte, spielte der HSV auch schon das Hinspiel im Parkhead. Nun ja, da andere Europacup-Spiele mit deutscher Beteiligung den TV-Sponsoren lukrativer waren, wurde das Spiel nicht übertragen. Dann machten wir eben eine Radio-Party. Und kaum hatte diese angefangen, rastete der tolle Reporter schon aus. Und kurz darauf ein zweites mal: 0:2, Celtic ging ernüchternd zu Boden. Vierundfünfzig Mark dann für das Rückspiel in der Schüssel bezahlt, und Celtic hatte eigentlich kaum eine Chance weiterzukommen. So ging ich mit sportlich geringen Erwartungen mittags vor dem Spiel gen Reeperbahn. Ich ahnte nicht, was mich dort erwarten sollte! 3500 supergut gelaunte Celts feierten auf dem Kiez. Transparente zierten den Spielbudenplatz und man hatte Mühe, auf den Hans-Albers-Platz zu kommen - so viele Leute waren da. Schon am S-Bahnhof kamen mir Celts zu Häuf entgegen, die mein St.-Pauli-Trikot so schnell wie möglich gegen ihres Tauschen wollten. Als ich dann Richtung Pfennig ging, kam ich kaum vorwärts, da die Celtic-Supporter jeden umarmen mußten, den sie sahen, um ihre Ausgelassenheit zu zeigen. Auf der Reeperbahn war eine grün-weiß-orange Party im Gange! Auf Plastikstühlen saßen die Schotten um Tische herum auf der Straße, trommelten mit leeren Bierflaschen im Takt und sangen ihre Rebell-Songs dazu. Geschlossen gingen wir dann so um 17 Uhr zum Stadion, Dort fanden sich gerade mal 29.000 zumeist sitzende Zuschauer ein, wobei 40.000 zugelassen gewesen wären. Jaja, der HSV und seine tolle Preispolitik! Der Celtic-St.Pauli-Mob machte die Sitzplätze zu Stehplätzen. Die schweigenden HSVer hatten wohl wenig Spaß am schlechten Kick auf dem Rasen - can you hear Hamburg sing? No!. Auf der anderen Seite zelebrierten die Celts das Spiel auf ihre Art und Weise. Rebell-Songs hallten durch das halbvolle Rund. St. Pauli wurde natürlich auch lautstark angefeuert. Die Ultras meinten, mit „Rangers"-Rufen provozieren zu können, doch wollte man sich hier nicht stören lassen. Fanmäßig hat der HSV mal wieder ein schlechtes Bild abgeliefert, kam er außerhalb des Stadions auch zu vereinzelten Hauereien zwischen Celts & St.Paulis und den Faschos. Naja, der Vollständigkeit halber noch ein paar Worte zum Spiel: Schon zur Pause war alles gelaufen für Celtic, nach zwei gelb-roten Karten und dem 1:0 von Baron, war kaum noch Land in Sicht. Breitenreiter erhöhte kurz nach der Pause auf 2:0, wobei es wie im Hinspiel auch blieb. Schupp sah übrigens auch noch eine rote Karte. Der viel zitierte Funke wollte von den das ganze Spiel durchsingenden Celtic-Supporters einfach nicht auf den Rasen überspringen. Das tat der Party nach dem Spiel jedoch keinen Abbruch. Und so feierten noch viele das Wiedersehen und die Verbrüderung mit den St.Pauli-Fans. „St.Pauli & the Celts are here!" (Bericht aus Pipa Millerntor Nr. 36)
24.09.1996, [CSC-User]