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Girondins de Bordeaux – Celtic Glasgow 1 :1(Stade du Parc de Lescure, 26.10.2000)

Nach dem großartigen Support der Celts 1999 in der 2. Runde des UEFA Cups beim Spiel in Lyon dachte man, dass dies erstmal nicht getoppt wird. Aber es kommt anders als man denkt. Also der Reihe nach. Nach langem hin und her fuhren wir dann zu sechst ab Dortmund mit einer Art Kreuzung aus Kleinbus und Wohnwagen. Da unser „Bus“ nicht mehr ganz so jung (18 Jahre alt) war, gab es auch so den ein oder anderen Mangel. Zum Beispiel: Dauerndes Ausschlagen nach links oder rechts, nur ein Scheinwerfer funktionierte... Aber alles was zählte war, dass wir am Mittwochnachmittag, nach 17 Stunden Fahrt, Bordeaux erreichten. Unser Anlaufpunkt in Bordeaux war der dortige Bordeaux Fan Club „Devils“. Die Devils haben eine Art Fanladen, in dem wir uns erst mal niederließen und den Aktivisten beim Vorbereiten einer Choreographie zuschauten. Da wir noch keine Eintrittskarten besaßen und wir erfuhren, dass Ausländer keine Karten für den Celtic Block, aber dennoch für alle anderen Blöcke Karten bekommen, kauften uns netterweise die Devils unsere Eintrittskarten. Die Eintrittspreise (16 DM) waren doch sehr in Ordnung. Die Devils empfinden diese Eintrittspreise als völlig normal, im Gegensatz zu den Celtic-Fans, die beim Kauf der Eintrittskarten, bei diesen Preisen, glatt zwei oder drei Karten pro Person genommen hätten. Der Abend bestand dann aus diversen Kneipen- und Restaurantbesuchen, Bordeaux-Erkunden und so weiter. Am Spieltag haben wir uns dann natürlich auch wieder dorthin begeben, wo sich die meisten Celtic-Anhänger aufhielten, feierten und Bier in Maßen (wie immer) konsumierten. Wer mal in Frankreich Bier in einer Kneipe getrunken hat weiß, das dies nicht ganz billig (10-13 DM) ist. Mittlerweile (ab Nachmittag) musste der Verkehr am „Sammelplatz“ der Celts von der Polizei geregelt werden. Der Alkoholpegel stieg bei allen (auch bei uns) stetig an und das Spiel rückte immer näher. Die Entfernung von ca. 3 km zum Stadion nahmen wir zu Fuß in Angriff. Der Einlass ins Stadion war recht problemlos, genauso wie die Einteilung der Fangruppen in die Blöcke. Alle, die etwas von Celtic aufwiesen (Schal, Trikot etc.) wurden automatisch in den Gästeb-- LOCK gewiesen, egal welcher B-- LOCK auf der Eintrittskarte angegeben war. Die Bordeaux-Fans (bzw. die Devils) hatten sich für diese Partie etwas Besonderes ausgedacht. Eine Choreographie (3.000 blaue und weiße Zettel) die ein blaues Kleeblatt auf weißem Grund darstellte (sehr gelungen). Die Stimmung auf beiden Seiten war, sehr gut. Die Bordeaux-Anhänger schwenkten 90 Minuten lang Fahnen, sangen unentwegt und legten einen Pogo nach dem anderen hin. In der ersten Halbzeit war Celtic klar überlegen und hätte zur Halbzeit führen müssen. Stattdessen stand es 1:1 durch Tore von Dugarry und (God) Larsson, was dann auch gleichzeitig der Endstand war. In der Halbzeitpause wurde lautstark nach Liedern wie z.B. Rock DJ von Robbie Williams und Breathless von The Corrs gefeiert. In der zweiten Halbzeit hatte dann Girondins die besseren Chancen, aber wie schon erwähnt fielen keine Tore mehr. Die ca. 5.000 angereisten Celtic-Supporter (und ca. 15 St. Paulianer) unter den insgesamt 21.000 Zuschauern im Stadion, machten bis knapp eine halbe Stunde nach Spielschluß allerbeste Stimmung. Nachdem wir dann von den Ordnern aus dem Stadion gewiesen wurden, gingen wir zurück in die Innenstadt. Dort war es bedeutend leerer als vor dem Spiel, da sehr viele Celts den Heimweg im Anschluß an das Spiel antraten. Wir beschlossen den Abend bzw. die angebrochene Nacht bei den Devils ausklingen zu lassen. Auf dem Weg zum Devils-Laden verteilten wir uns auf einige Fast-Food Restaurants. Dabei wurde einer von uns Zeuge, wie ein Franzose (nicht unbedingt Bordeaux-Fan) einer weiblichen Celtic-Anhängerin den Schal abzog. Als unser Freund zur Hilfe kam, zog der Franzose ein Messer. Der Schal war jetzt natürlich weg, aber was ist denn das für eine arme Aktion. Erst einer Frau den Schal klauen und dann ein Messer ziehen. Nach dieser französischen Heldentat gingen wir dann nun endgültig zum Devils-Laden und nahmen das eine oder andere Bier (später auch Wein) (Ihr Saufnasen !; der Tipper) zu uns. Am nächsten Tag wurde erst mal schön ausgeschlafen und gegen frühen Abend der Heimweg angetreten. (Bericht von Jan aus Nachgetreten Nr. 5)
26.10.2000, [Jan in Nachgetreten]