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Neujahr in Großbritannien (Celtic FC vs. Kilmarnock FC, 6:0, Anfang 2001)

...Nach diesem phasenweise hochklassigen Spiel ging es für uns erst mal auf Hotelsuche. Am schnellsten und am günstigsten war da für uns ein Motel an der Autobahnstrecke Richtung Glasgow, das auch schnell gefunden wurde. Nach fünf Stunden Schlaf hieß das nächste Ziel Glasgow. Morgens hatten wir uns im Hotel auf Videotext noch einmal vergewissert, dass das Spiel auch wirklich stattfindet. Ansonsten wäre es nach Edinburgh gegangen. 4 Stunden Fahrt auf den gut ausgebauten Autobahnen hatten wir hinter uns, als wir Glasgow erreichten. Dass Glasgow eine dreckige und vermüllte Stadt ist hatten wir schon vorher gehört. Aber so dreckig hatten wir nun auch nicht gedacht. Dafür ist der Celtic Park umso schöner. Nachdem wir uns dort unsere Ticket gesichert hatten und eine Unterkunft hatten, gingen wir noch auf ein Bier in den Pub „Brazen Head“. Da wir nicht wussten, wo der Pub genau ist, fragten wir halt jemanden, der uns netterweise dorthin brachte. Auf dem Weg erzählte er uns, das er ein Rangers Fan ist. Von da an war ich mir eigentlich nicht mehr so sicher, ob er uns wirklich zum besagten Celtic Pub bringen würde oder in irgendeinen anderen Pub. Aber er hielt, was er versprach und wir kehrten doch ein, wo wir hin wollten. Der Pub war recht voll und leerte sich ungefähr eine halbe Stunde vor Spielbeginn stetig. Der Shuttle-Bus war schon weg, so dass wir uns um eine andere Mitfahrgelegenheit kümmern mussten. Eine Gruppe von 15 Celtic-Fans nahm uns in ihrem Neunerbus zum Stadion mit. Auf dem Weg dorthin trafen wir auch auf Rangers-Fans, die am Straßenrand standen und sich an ihren Eiern kraulten. Ein deutschsprechender Celtic-Fan, der 5 Jahre in Hamburg lebte erzählte mir, dass es ratsam sei, allgemein nach Celtic Heimspielen ohne grün-weißen Schal in der weiteren Stadionumgebung herum zu laufen. Da der Celtic Park in einem Protestanten-Viertel liegt und in den letzten Jahren einige Celtic-Fans abgestochen worden sind. Als wir dann am Stadion ankamen, waren noch 15 Minuten Zeit bis Kick Off. Also schnell rein, Platz gesichert und Stadion bestaunen. Der Parkhead fasst jetzt, nach den Umbauarbeiten der letzten Jahre, etwas über 60.000 Zuschauer. Auch das heutige Spiel gegen Kilmarnock war wieder restlos ausverkauft. Vor Spielbeginn gab es noch eine Schweigeminute. Sie galt den 66 Rangers-Fans, die auf den Tag genau vor 30 Jahren beim Spiel Rangers gegen Celtic im Ibrox ums Leben kamen. Das heutige Spiel war von Anfang an eine eindeutige Sache. Celtic dominierte das Spiel uns kam zu einem glatten 6:0-Erfolg. Die Tore schossen Henrik Larrson (4 Tore) und Chris Sutton (2 Tore). Die Fans feierten vornehmlich Henrik Larsson (na, welches Lied wurde wohl immer wieder gesungen ?) und machten aus ansonsten recht gute Stimmung. Mit der Stimmung bei Auswärtsspielen von Celtic im Europacup oder in den Duellen mit Rangers ist das natürlich nicht zu vergleichen. Beim Spielstand von 5:0 kurz vor Schluss sind schon viele aus dem Stadion gegangen. Als dann das 6:0 fiel, zogen es einige vor, das Stadion zu verlassen, als den Torschützen abzufeiern. Es war halt nur ein Pflichtsieg, einer von vielen auf dem Weg zur Meisterschaft. Am Abend verzichteten wir auf das Spiel St. Mirren – Huns und zogen Brazen Head und andere Kneipen vor. Siegestrunken wurde bis in die Nacht abgefeiert. Eine Live-Band spielte im Brazen Head und der Sieg der Rangers wurde auf Großbildleinwand mitverfolgt. Am nächsten Tag traten wir dann die Heimreise über London wieder zurück nach Hamburg an. (Bericht von Jan aus Nachgetreten Nr. 6)
01.01.2001, [Jan in Nachgetreten]