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AJAX AMSTERDAM – CELTIC GLASGOW (8.August 2001, Champions League Qualifikation)

Was für eine Begegnung in einer der schönsten und erlebnisreichsten Metropole Europas, dachten nicht nur wir und so ging es für ca. 70 Hamburger per Auto oder Bahn nach Amsterdam. Ein Teil davon, darunter auch wir, reiste schon am Tag vor dem Spiel an, um sich schon mal warm zu trinken. Die Hotelsuche gestaltete sich erwartungsgemäß schwierig. Als wir die Suche nach einigen Stunden schon aufgeben wollten, da uns sogar die Touristen Informationen keine Hoffnung mehr machten etwas in unserer Preisklasse im Zentrum zu finden, waren wir doch noch erfolgreich. Ein Hotel für 60,- DM pro Kopf war noch recht in Ordnung. Im Gegensatz zu unserem amerikanischen Zimmerkollegen, der sich beim rasieren eine Mütze aufsetzte, damit er sich die Haare nicht mit Rasierschaum voll schmiert. Na ja, andere Länder andere Sitten oder so. Der Amsterdam Arena statteten wir auch schon mal einen Besuch ab, da wir noch versuchen wollten Tickets für die Celtic Kurve zu bekommen. Wir hatten zwar schon Tickets, wie fast alle Hamburger auch, aber die waren leider für die falsche Kurve. Das Spiel war aber auch schon jetzt ausverkauft, sodass wir uns mit unseren Karten begnügten. Am Abend wanderten wir dann von Kneipe zu Kneipe, wobei wir auch die ersten eintrudelnden Hamburger und natürlich viele Grün-weiße trafen. Was uns ziemlich überraschte war, dass die Kneipen um 1h dicht machten und dann lediglich ein paar Nachtclubs offen hatten. Für eine Stadt wie Amsterdam ziemlich arm. Der nächste Tag begann eigentlich auch gleich so, wie ein Tag beginnen sollte: im Irish Pub. Langsam nahm die Stadt grünweiße Konturen an und die St.Paulianer aus Hamburg, Rheinland, Berlin und sonst woher hatten sich mittlerweile auch eingefunden. Vorm Pub spielten sich die üblichen Szenen ab: singen, sabbeln und saufen. Unter anderem waren Celtic-Fans aus Kanada anwesend, die nur für das Spiel angereist waren. Morgens Ankunft, abends Abflug, alle Achtung. Nicht nur Fans aus Kanada, sondern auch vom NAC Breda waren mittlerweile da, die gleich Anziehungspunkt für einige Ajax- Fans waren. Beim letzten Spiel zwischen Ajax und Breda hatte es schwere Ausschreitungen gegeben, weshalb die Breda-Fans dort wohl nicht so gerne gesehen werden. Außer Pöbeleien von den Ajax-Fans passierte jetzt aber nichts weiter. Dass sollte sich dann später, ca. 1 ½ vor Spielbeginn am Stadion ändern. Die Ajax- Hools bewarfen Celtic- Fans am Eingang mit Flaschen und Steinen. Für uns war längst klar, dass es nicht sehr gesund sei, unsere regulären Plätze auf der Ajaxseite einzunehmen. Weder die elektrische Einlasskontrolle, noch die sturen Bullen am Eingang konnten wir überzeugen, dass wir im Celtic-B-- LOCK besser aufgehoben wären. Also blieb uns nichts anderes übrig, uns geschlossen auf den Weg in Richtung Ajax- Kurve zu machen. Innerhalb des Stadions gingen wir dann so weit wie möglich Richtung Celtic- Kurve, bis uns lediglich eine Plexiglasscheibe von den Celts trennte. Einige von uns begaben sich trotzdem auf unsere regulären Plätze. Die wurden aber, nachdem sie einigen Ärger mit den Ajax Fans-Hools hatten, in Begleitung der Stewards in den Celtic- B-- LOCK gebracht. War ja klar, dass erst mal was passieren muss, ehe man Zutritt zur richtigen Kurve bekommt. Das Spiel haute dann alle, so weit sie dem schottischen Meister die Daumen drückten, von den Socken. Celtic war der Herr im Haus und führte nach 45 min. mit 2:1. Zur zweiten Halbzeit empfingen die Celtic-Fans ihre Mannschaft mit einem Carpe Diem Transparent, was sie wohl so beflügelte, dass sie noch ein Tor drauflegten und am Ende hochverdient mit 3:1 gewannen. Der Sieg hätte durchaus auch höher ausfallen können, aber das wird wohl auch langen für den Einzug in die Champions League Vorrunde. Das Stadion (52 000) ist sicherlich der Vorreiter moderner Stadien in Europa, die in den nächsten Jahren gebaut werden und wurden. McDonalds hier und da, Geldkartensystem und sonstiger Schnickschnack. Was in Amsterdam vor 6 Jahren schon normal war, daran werden wir uns über kurz oder lang wohl auch gewöhnen müssen.. Nicht sehr professionell war allerdings die Abfertigung der Fans am U-Bahn Eingang. Wartezeiten bis zu über einer Stunde mussten in Kauf werden. Hauptsache die 2600 Autos aus dem stadioneigenen Parkhaus kommen bequem nach Hause. Zurück in der Stadt war erst mal großes Essen und Trinken angesagt, da sich natürlich niemand so eine Arena-Card zum Kaufen im Stadion zugelegt hatte. Der Abend endete dann wieder feucht-fröhlich und mittlerweile auch schon angeschlagen in einem Nacht-Club. Die 10 Meter zum Hotel fanden Hose und ich diesmal auch eigenständig zurück (im Gegensatz zur vorherigen Nacht). Am nächsten Tag ging es ausgeschlafen wieder zurück nach Hamburg. (Bericht von Jan aus Nachgetreten Nr. 8)
08.08.2001, [Jan in Nachgetreten]