Artmedia Bratislava – Celtic FC 5:0 (1:0)
Es ist Mittwochabend, 20. Juli 2005, 21:20 Uhr. Mein Handy vibriert eine SMS kommt an: „Wie steht´s bei Celtic ?“. Holy Shit ! Die ganzen Tage vorher kaum geschlafen und dann vergesse ich doch tatsächlich den Live Ticker im Internet anzuschmeißen. Kiste an auf Soccerstand gegangen… Yes, 2:0 ! Artmedia hatte zumindest die Niederlage in Almaty wieder ausgeglichen. Die Verlängerung stand an. Telefonkonferenz mit Kollegen, starre Blicke auf den Bildschirm. 2:1 Neeeeeeeeeeein ! Direkt am Anfang der Verlängerung, na supi. Paar Minuten später dann wieder ein Tor für Bratislava. Hoffnung ! SMS von anderem Kollegen: „3:2 !“ Wie, was, wo ? Parallelsurfen zwischen mehreren Seiten, nix gefunden. Im Endeffekt Falschmeldung auf dem deutschsprachigen Celtic-Board. Nicht mehr viel Zeit. Ich sah uns schon in die Slowakei gondeln ohne ein Celtic Spiel zu sehen. Schließlich hatten wir ja schon die Flüge vorab gebucht und Urlaub war auch schon beantragt. Plötzlich blinkt der Bildschirm auf. Extase ! In der letzten Minute fällt doch wirklich noch das 4:1. Die Minuten verrinnen nicht. Doch dann ist es endlich vorbei, „AET“ erscheint… 4:1 „After Extra Time“.
Ja so war´s ein paar Tage vor unserem Tourstart in die Hauptstadt der Slowakischen Republik. Hin- und Rückflug war wie erwähnt schon lange vorab gebucht worden. Bei 19 Euro für Hin und 73 für Zurück konnte ich einfach nicht wieder stehen und die alte Parole „No risk, no fun !“ scheint wohl doch der Wahrheit zu entsprechen.
Mit Torsten vom Düsseldorf Bhoys CSC ging es mit dem ersten Zug nach Köln. Echt ne prima Sache fast direkt unter dem Terminal anzukommen. Schnell am Germanwings-Schalter eingecheckt und bald saßen wir schon im Flieger gen Vienna. Mittlerweile bekommt man bei denen sogar Zeitungen und Magazine an Board, feine Sache.
Knapp 80. Minuten später waren wir auch schon in Wien gelandet. Nach ein wenig umherirren dann auch direkt den Schalter für die Bustickets nach Bratislava gefunden. 16 Euro für ein Return-Ticket kann man in meinen Augen noch akzeptieren. Mit dem Zug wäre es teurer gewesen. Nach einer guten Stunde kamen wir dann auch schon am Busbahnhof an von wo wir dann auch direkt zu unserem Tophostal „Orange“ aufbrachen. Der Name hätte uns schon zu denken geben sollen aber wer nicht hören will muss fühlen. Unsere beiden St. Pauli-Kollegen Jan und Thopö, mit denen wir das Zimmer teilen wollten, konnten schon von der Prachtherberge berichten. Nun gut, mehr als die müden Knochen nach einer durchzechten Nacht ablegen wollten wir ja nicht. Klamotten weg und die Gegend erkundigt.
Vorteil der Luxusherberge war die Nähe zur Altstadt, denn keine 5 Minuten später stand man schon mitten in ihr. Dienstag war als Touri-Tag fest vorgesehen. Also mal ein wenig per pedes die Old Town durchkämmt. Nebenbei noch ein weiteres St. Pauli-Pärchen getroffen. Eine anvisierte Schifffahrt wurde aufgrund sehr ungünstiger Zeiten sausen gelassen bzw. auf den nächsten Tag um 11:00 Uhr verlegt (zumindest glaubte doch der selbsternannte Reisegeneral wirklich er würde das schaffen *grins*). Die Burg von Bratislava sieht nett aus war für uns Fusskranke jedoch viel zu hoch. Also sah man nur die neue Brücke (mit dickem ANTIFA Tag), das Nationalmuseum, das alte Rathaus und halt sonst noch einige weitere Sachen die man mal gesehen haben muss. Halt, Stop ! Das wichtigste hab ich vergessen. Die bunten Kühe ! Der Leser fragt sich jetzt, wie bunte Kühe, war der schon Mittags besoffen ? Ne, da standen wirklich dutzende von Kühen in allen erdenklichen Farben. Den Sinn hab ich immer noch nicht richtig verstanden, war wohl von irgendeiner Werbeaktion und die Dinger werden nachher versteigert. Zumindet Torsten hatte Spaß, denn er konnte sich mit einer Kuh in Gladbachfarben ablichten lassen.
Der Tag nahm seinen Lauf, günstiges und leckeres Essen wurde eingefahren, Bier getrunken, Sonne getankt und nicht zu vergessen den Mund nicht mehr zubekommen. Irgendwo in Bratislava musste ein Nest sein wo die ein Model nach dem anderen raus kam. Unglaublich ! Ähem, ich schweife ab. Also auf jeden Fall ließen wir es uns gut gehen… Der Abend wurde mit dem verbracht, was diese Touren ausmacht, dem Kennenlernen von anderen Celtic Supportern. Irgendwann machten dann aber auch die Kneipen zu und es war nur noch eine Kellerdisko auf.
Tag 2 begann für drei aus unserem Quartett gut, Nummer vier (der Reisegeneral) lümmelte lieber in der Kiste weiter rum. Namen werden natürlich nicht genannt ;-)
Ein Tipp noch von mir: Falls ihr mal im Organge Hostal seid nehmt Badelatschen für die Großraumdusche und ne Zange für die Toiletten mit. Schrauben anschrauben wird dort gerne vergessen *grins*
Der Tag wurde ruhig begonnen und wir machten uns mit Ross einem Celtic Supporter aus Oxford und Andrew aus Livingston auf den Weg in die Stadt. Nett als auf einmal Gordon Strachan und sein Trainerstab vorbeikamen (zumindest fanden wir das noch vor dem Spiel) und bereitwillig Fotos mit uns machten. Echt sehr unkompliziert der Kollege. Ein paar Minuten später kam dann auch noch der offizielle Ticketverkäufer von Celtic vorbei. Jetzt war alles komplett denn die Karten konnte man direkt bei ihm kaufen (10 Euro, unüberdachter Stehplatz) und musste nicht noch vorher zum Stadion.
Der Tag nahm seinen gewohnten Lauf. Weitere St. Paulianer getroffen, ein Mitglied vom Black Forrest CSC kennengelernt, weitere Leute vom Düsseldorf CSC waren da und so weiter.
Mit der Tram fuhr man für ein paar Cent in Richtung Stadion. Sind dann aber falsch ausgestiegen und mussten noch ne ganze Weile laufen. Gegenüber der Gästekurve war sogar eine Kneipe mit noch günstigeren Preisen als in der Stadt. 66 Cent für einen halben Liter Bier is schon ganz fair. An der Tankstelle nebenan hatten sich ein paar düstere Gestalten versammelt. Handelte sich wohl um Polen die aber Celtic nicht gerade gut gesonnen waren. Insgesamt waren viele Polen anwesend, wohl auch deshalb weil Celtic ja mit Zurawski und Boruc zwei Landsleute im Team hat.
Ein paar Minuten vor Anpfiff ging es dann rein in die gute Stube. Die Preise im Ground waren dann schon eher wie in Deutschland. Leckere Klobassa (fettige Wurst, typisch für den Osten) und Cola kosteten je 3 Euro.
Zum Spiel selber fehlen mit jegliche Worte. Der Support war für die wenige Leute ganz gut. Dürften so ca. 300 Leute aus Schottland, Irland und England vor Ort gewesen sein. Viele Polen, bestimmt über 30 Deutsche (schätze mal round about die Hälfte St. Pauli Fans), Kroaten (natürlich auch wieder welche auf die ich gerne verzichten würde) und auch einige Slowaken. 450 Zuschauer in der Celtic Kurve müssten daher hinkommen. Zuschauerzahl hab ich leider nicht mehr im Kopf aber es war auf jeden Fall sinnvoll aus dem eigenen Stadion in das von Slovan zu wechseln.
Der grauenvolle Kick der 1. Halbzeit endete auch noch damit, dass Halenar (Namen merken !) kurz vor der Pause das 1:0 für Artmedia machte. Na toll !
Nun gut da denkt man sich ja nix bei. Leider wurde das Gekicke der „Grün-Weissen“ aber nicht besser. Schlechter war wohl eher der Fall. Das 2:0 fiel bald. Gefolgt von dem 3:0 und 4:0 kurz hintereinander. In der letzten Minute dann auch noch das 5:0 (Halenar mit seinem dritten Tor!). Was sagte doch mein schottischer Freund John zwei Tage später beim St. Pauli spiel in Bremen. Er habe nur ein slowakisches Wort behalten „Nula!“. Denn es war ganz genau wie in Deutschland. Sprecher ruft Tore der Heimmannschaft und danach die des Gastes. Bitter Bitter !
Nach einer minimalen Blocksperre konnten wir direkt ein Taxi bekommen. Netter Fahrer der uns sofort die Ergebnisse der anderen Partien und der Deutschen Teams im UI-Cup (Stimmung wurde durch das Nennen des Resultat des anderen Hamburger Vereins nicht besser) lieferte und zudem auch extrem fair den Taxometer bediente. Da muss man nämlich teilweise ein wenig aufpassen.
Frustsaufen und diskutieren zuerst wieder Draußen dann wieder in unserer Stammdisko Drinnen. Noch nett mit Iren gefeiert die Urlaub in Ungarn machten und für das Spiel rüber kamen.
Die Rückreise verlief dann sehr ereignislos. Mit Bus wieder zurück nach Wien und mit Air Berlin nach Düsseldorf. Hier brauchten wir dann für die kurze Heimreise mit der Bahn länger als vorher beim Flug. Merken: Lieber von Köln/Bonn fliegen wenn ihr mal in der Gegend einen Flug nehmen müsst !
Fazit: Wenn da nicht diese dämlichen 105 Minuten gewesen wären hätte man von einer fantastischen Fahrt sprechen können…
Im Jahr 2006 geht es weiter… Hoffentlich…
ABFTOB