Im Flieger von Hannover nach Bergamo konnte ich noch keine Celts entdecken, aber im Bus nach Mailand waren die ersten zu sehen. Mit John und Paul aus Edinburgh habe ich mich gut unterhalten und auch eine Celtic-DVD verkaufen können.
Nach dem Einchecken im Hotel bin ich dann zum Dom, um die üblichen Verdächtigen und meine Freunde aus Friesland zu treffen.
Nils gab uns einen Tipp, wo es denn noch Bier zu kaufen gäbe. Wir sind erst mal dort hin gegangen, um die letzten Dosen abzugreifen. Die Wahl fiel auf einheimisches und österreichisches Bier. Ich hätte doch das Tuborg nehmen sollen.
Auf dem Platz war noch nicht allzu viel los, so dass ich erst mal eine Pause im Hotel einlegte.
Am Nachmittag war schon mehr los und die Tauscherei begann. Ein Celt hatte den alten St. Pauli-Celtic Schal dabei, den wollte er aber nicht tauschen. So einigten wir uns auf ein CSC-Polo gegen ein Auswärtstrikot in einem schönen gelb. Den aktuellen Freundschaftsschal habe ich mit einem italienischen Fan getauscht, obwohl ich nicht unbedingt einen AC Milan-Schal haben wollte.
Die Stimmung auf dem Platz wurde besser, der erste Ball flog über den Platz. Dieser Ball wurde von einem Zivilpolizisten humorlos eingesammelt. Zwei Minuten später flogen dann zwei Bälle über den Platz, so viel zum Sinn dieser Maßnahme.
Ein Celt wollte dann noch unbedingt mein CSC-Polo haben, das ich anhatte. Ich wollte erst nicht, aber der Kollege war ziemlich hartnäckig. Am Ende hatte er ein durchgeschwitztes Polo Größe L und ich ein Trikot XXL.
Nach so viel Aktivität und Dosenbier gelüstete es nach einem gezapften Bier. Zu einem bezahlbaren Preis gab´s das nur bei Burger King, also hinein. Ich setzte mich an einen freien Platz und mit wem kam ich ins Gespräch? Mit Greenock-Tim, der im "For our visitors from abroad"-Forumsbereich schreibt.
Nachdem wir unseren Ticket-Verkäufer getroffen hatten, entschlossen wir uns, Richtung San Siro zu fahren. An der Haltestelle LOTTO fiel dann gleich der Laden mit dem großen Pferd auf. Da hinein, ein wenig bei den Preisen geschluckt, aber dann doch die Atmosphäre genossen. Das Konzert von "Charlie and the bhoys" soll Gerüchten zu Folge von der Polizei verboten worden sein.
Dann mit dem Bus rüber zum Stadion, ging ganz fix. Ins Stadion und zum "Ospiti"-Eingang ging auch zügig. Wir haben uns Plätze auf der Höhe des Spielertunnels gesucht. Sicher nicht das schönste Stadion der Welt, aber schon sehr beeindruckend. Auf Milan-Seite wurde fleissig mit Fahnen und Doppelhaltern gewedelt, akustisch kam nicht so viel an. In der Celtic-Kurve war die Stimmung gut. Das 1:0 war dann ein Schock, auch bei uns. Ein ganz anderes Bild dann in der zweiten Halbzeit: endlich griff Celtic an, die Stimmung war riesig und explodierte mit dem 1:1. Es war so laut, dass ich mich selbst nicht mehr hören konnte. Von den milanisti war außer nervtötendem Getrommel nichts zu hören. Das änderte sich leider mit dem 2:1. Das 3:1 besiegelte die Niederlage.
Nach dem Abpfiff leerte sich das Stadion auf Mailänder Seite sehr schnell. Bei unserer Seite begann die "Mailänder Schnitzeljagd": Erst die Auswärtsfans ohne ersichtlichen Grund sehr lange in der Kurve festhalten, dann einmal um das Stadion führen, damit der Auswärtige sich nicht an dem Hinweg orientieren kann und zum Schluss mit widersprüchlichen Hinweisen auf den längsten Weg zur Metro führen. Wenigstens stand an der Station nach langem Fußmarsch ein Zug bereit, in den wir uns reinquetschen konnten. Grob überschlagen habe ich vom Stadion ins Hotel so lange gebraucht wie ich von St. Pauli von Hannover brauche!
Im TV habe ich dann noch die Tore gesehen und konnte ich mich noch mal über das 2:1 ärgern.
Am nächsten Tag wurden die müden Knochen ein bisschen durch die Stadt bewegt. Die eine oder andere Celtic-Reisegruppe sah ich noch beim Bierchen.
Freitag früh ging´s dann wieder zurück. So bald muss ich nicht wieder nach Mailand fahren.